Aktivitäten

Eine Plattform für internationale Begegnungen

Im Laufe des letzten dreißig Jahre war das Österreichisch-Französische Zentrum für Annäherung in Europa (ÖFZ) eine Plattform für Begegnungen von fast zehntausend Persönlichkeiten aus dreißig verschiedenen Ländern. Seine Veranstaltungen fanden in über vierzehn verschiedenen europäischen Ländern statt. Die meisten waren internationale Konferenzen (65 an der Zahl zwischen 1980und 2014), dazu kamen bilaterale Konferenzen (16 an der Zahl zwischen 1995 und 2014), Wirtschaftsforen (5 an der Zahl zwischen 1997 und 2002), außerordentliche Kolloquien (12 an der Zahl zwischen 1999 und 2014) sowie Frühstücksdebatten (39 an der Zahl zwischen 1996 und 2014). Insgesamt hat das ÖFZ also mehr 150 Begegnungen organisiert und veranstaltet.

Die unterschiedlichen Formate der Veranstaltungen entsprechen den vielfältigen Herangehensweisen, die das Zentrum verfolgt. Das bevorzugte Format ist das der internationalen Konferenzen mit Simultanübersetzung, welches Österreich und Frankreich als Aktionseinheit verbindet (bezüglich der Ost-West Beziehungen, der Europäischen Integration der MOE Staaten, des westlichen Balkans oder der Reflektion über das europäische Konstrukt). Zwischen 1980 und 2014 haben mehr als 8000 Personen an den Konferenzen des ÖFZ teilgenommen.

Um die bilateralen Beziehungen zwischen Österreich und Frankreich zu vertiefen, hat das Zentrum außerdem 1995 begonnen, bilaterale Konferenzen mit einem eingeschränkten Kreis an Teilnehmern zu organisieren, um die Möglichkeit zu geben, in Bezug auf Fragen gemeinsamen Interesses in den Dialog zu treten. Insgesamt waren hierbei über tausend Personen in dieser ausschließlich bilateralen Arbeit involviert.

Nachdem das Zentrum lange Zeit internationale Konferenzen organisiert hat und sich somit auf politischer Ebene zur Plattform für internationale Begegnungen durchgesetzt hat, zog das Zentrum erstmals im Mai 1993 in Betracht, konkrete Leistungen für österreichische und französische Firmen, die in Zentraleuropa arbeiten, anzubieten. Bei einem Treffen zwischen Herrn Randa, Generaldirektor der Bank Austria, S.E. Herrn de Hartingh, französischer Botschafter in Österreich und S.E. Herrn Ceska, österreichischer Botschafter in Frankreich, wurde die Zielsetzung definiert. Das Zentrum soll sich in Zukunft zusätzlich auch der Wirtschaftswelt zuwenden und die wirtschaftlichen Zuständigen der MOE Staaten miteinander vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen der Europäischen Union verbinden. Dies soll durch einen direkten und qualitätsvollen Informationsaustausch über die aktuellen Entwicklungen und durch die Vertiefung der Kontakte der zuständigen Akteure in Frankreich, Österreich und der MOE Staaten geschehen, um eventuell neue Partnerschaften und Kooperationen zwischen KMU/KMI zu bilden.

Um diesem Ziel näher zu kommen, begann das Zentrum, Vertreter der Wirtschaftswelt und Akteure aus Frankreich, Österreich und aus den MOE Staaten, sowie Vertreter der Europäischen Kommission und anderer wirtschaftlicher Organisationen, einzubinden. Die Initiative fand ihren Höhepunkt im Jahr 2002, führte fast 400 Teilnehmer zusammen, bevor sie dem vertieften Engagement des Zentrums in bilaterale, österreichisch-französische Belange, Platz machte (ab 2005).  

Grafik 1 : Gesamtzahl der Teilnehmer an Veranstaltungen des ÖFZ (internationale und bilaterale Konferenzen, Wirtschaftsforen,1980-2014)

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Seit 1999 hat das ÖFZ in Zusammenarbeit mit dem Französischen Institut für internationale Beziehungen (ifri Paris) sich schlussendlich auch der Organisation von Frühstücksdebatten angenommen. Dies erlaubte es dem Zentrum, wichtige Problematiken auf einem sehr hohen Niveau zu behandeln, insbesondere durch die Arbeit von Frau Eliane Mossé, Beraterin des ÖFZ am ifri. Die genauen Zahlen der Anwesenden sind nicht bekannt, jedoch bewegten sich die Teilnehmerzahlen zwischen fünfzig und hundert Personen bei jeder Veranstaltung.

Ein Instrument des politischen Dialogs

Seit 1986 stützt sich das ÖFZ für bei der Organisation seiner internationalen Konferenzen auf die österreichischen und die französischen Botschaften Zentral-, West und Osteuropas, die dem Zentrum auf unterschiedliche Weise helfen. Sie steuern ihre Expertise im Zuge der Programmentwicklung bei, schlagen Namen für Sprecher aus ihren Regionen vor, stellen Kontakte auf hohem Niveau her und verstärken die Sichtbarkeit des Zentrums. Außerdem übernehmen sie oftmals die Ausrichtung eines Empfangs im Rahmen der Veranstaltungen.  

Die Zusammenarbeit mit französischen und österreichischen Stellen geschieht auf einem anderen Niveau, so zum Beispiel zwischen den Außenministerien der zwei Länder. Diese bringen sich gemeinsam ein in die Definierung der strategischen Orientierung des Zentrums, in seine Finanzierung und in alle Entscheidungen, die vom Direktionskomittee getroffen werden, zu dessen Mitgliedern ebenfalls beide Ministerien zählen. Sie überwachen ebenfalls die Entwicklung der Programme und nehmen an der Intensivierung des politischen Dialoges zwischen Frankreich und Österreich, unabhängig der Konferenzthemen, teil. Sie schaffen den Raum für eine Aktionsgemeinschaft.  

Der Beitrag des ÖFZ zur Vertiefung des politischen Dialoges hörte jedoch nicht hier auf. Seine Kapazität, sich als Plattform für österreichisch-französische und europäische Begegnungen zu präsentieren, bieten die Voraussetzungen für eine Annäherung, zu welcher die Teilnahme wichtiger politischer Akteure einen unumstrittenen Aufwind gibt.

Ein Forschungs- und Informationszentrum

Seit seiner Entstehung sichert das Zentrum die Veröffentlichung der organisierten Veranstaltungen. Die Bereitschaft, die Resultate der Veranstaltungen zugänglich zu machen, beschreibt die Fortsetzung der ursprünglichen Mission des Zentrums. Bereits 1979 fasste das Zentrum ins Auge, eine Serie von zweisprachigen Werken in mehreren Bänden zu veröffentlichen, jeder Band nach Abschluss eines Seminars, so geschehen zwischen 1983 und 1996. Seit 1986 wurden diese Werke durch einen meist zweisprachigen Bericht begleitet, die von einem Experten angefertigt wurde. Diese, ca. 60 an der Zahl, wurden in den Räumlichkeiten des ÖFZ untergebracht, während den Konferenzen aufgelegt und konnten über das Sekretariat oder dem ifri bestellt werden.

Im Jahr 1995 intensivierte das Österreichisch-Französische Zentrum seine Rechercheaktivitäten mit der Zusammenstellung einer Arbeitsgruppe, dessen Auftrag eine „kritische Synthese der Evaluierung der Kosten und Vorteile des Eintritts der MOEL in die EU“ war. Die meisten der MOEL hatten gerade ihren Antrag auf Kandidatenstatus gestellt. Das Zentrum versuchte, sie in ihren Bemühungen auf mehreren Ebenen zu unterstützen: durch die Verbreitung seiner Kenntnisse über die Region, durch das Fördern von Analysemethoden und der Perspektiven von administrativen Experten und Akademikern Frankreichs und Österreichs in den MOEL, und durch das Aufzeigen seiner Unterstützung bei einer kooperativen Herangehensweise an wirtschaftliche und soziale Probleme der MOEL im Hinblick auf den EU Beitritt. Die Arbeitsgemeinschaft vereinte Experten aus sechs Ländern: Frankreich, Österreich, Polen, Ungarn, der Tschechischen Republik und der Slowakei. Dieses Format stimulierte Dialog und Austausch. Die Arbeit der Expertengruppe folgte einem sektoralen Ansatz, um die Auswirkungen des Beitritts auf den Gebieten des Handels, der Umwelt, Sozialpolitik, Migration und der Banken zu analysieren.
Dieses Projekt verband das ifri in Frankreich mit dem WIIW und dem WIFO in Österreich und wurde von zwei Wirtschaftswissenschaftern koordiniert: Frau Eliane Mossé, ehem. Hohe Funktionärin in der Direktion des Schatzamtes des französischen Ministeriums für Wirtschaft, und Herrn Peter Haylik, Vizedirektor des WIIW.

Ab 1996 erweiterte das Zentrum sein Kommunikationsfeld mit der Erstellung eines Newsletters, der „Lettre du CFA“. Es erscheint zweimal im Jahr und sollte ursprünglich die Informationen der einzelnen involvierten Akteure des Zentrums (Mitglieder des Programmkomittees du des Direktionskomittees, Mitarbeiter der österreichischen und französischen Botschaften in Paris, Wien und den MOEL, Mitarbeiter der österreichischen und französischen Außenministerien sowie europäische Diplomaten in Ost- und Zentraleuropa) erleichtern. Später passte sich der Newsletter inhaltlich einem allgemeineren Publikum an, dass für die Agenden des ÖFZ Interesse zeigte. Er beinhaltete die Berichte der Konferenzen sowie die Aktivitäten des Generalsekretärs.
In den 2000er Jahren gelang die Verbreitung der Lettre du CFA durch die Homepage des ÖFZ zu einem Aufschwung dank der Entstehung einer eigenen Homepage im Jahre 2001. Diese ermöglicht es dem Zentrum, sich einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren und seine Veranstaltungen zu bewerben.  Neben den Konferenzprogrammen beherbergt die Homepage auch Fotos und Audio Aufzeichnungen mancher Veranstaltungen sowie die Lettres du CFA.

Schließlich veröffentlich das Zentrum seit 2001 mit Hilfe des ifri eine Sammlung von wissenschaftlichen Publikationen in zwei Sprachen (französisch und deutsch), mit dem Titel „ÖFZ Analysen“ oder „Analyses du CFA“, die der Analyse politischer, sozialer und wirtschaftlicher Entwicklungen Zentral und Osteuropas dient. Außenpolitik, Innenpolitik, Wirtschaftspolitik und gesellschaftliche Fragen sind zentrale Themen der wissenschaftlichen Analysen. Sie sind auf den Homepages des ifri und des ÖFZ zugänglich und stehen gratis zum Download zur Verfügung.

 

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